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Onkologiepflege Schweiz

Lernen, mit Krebs zu leben
Einführungskurs für Onkologiepflegende

Anfangs Dezember 2002 hat erstmals ein Einführungskurs für Kursleiterinnen in das Kurs-programm "Lernen mit Krebs zu leben" in der deutschen Schweiz stattgefunden.


Dreizehn Pflegende und eine Psychologin haben am Kurs teilgenommen. Organisiert wurde der Einführungskurs von Rahel Graf und Liselotte Dietrich. Unterstützt war die Durchführung von Bristol Myers Squibb, Roche Pharma, Janssen Cilag und von Onkologiepflege Schweiz.

Das Kursprogramm ‚Lernen, mit Krebs zu leben‘ wurde als Unterstützungsangebot für Krebskranke und Angehörige von Gertrud Grahn (Prof. in Nursing, Universität Lund, Schweden) auf Grund einer wissenschaftlichen Arbeit entwickelt. Da in Schweden gute Erfahrungen mit dem Kursangebot gemacht wurden, reichte G.Grahn ein Forschungsprojekt ein um die Umsetzung in Europa zu prüfen. Die Einführung von neuen Kursleiterinnen wurde von Bristol-Myers Europe und "Europe against cancer" in den Jahren 1998 bis 2001 in ganz Europa unterstützt. Die Auswertung ergab, dass sich im Wesentlichen dieses spezifische Kursprogramm auch in anderen Ländern Europas erfolgreich umsetzen lässt. Diese Erfahrung gilt auch für die Schweiz.
Der erste Kurs für an krebserkrankte Menschen und Angehörige fand 1998 in Bern statt. Insgesamt wurden in der deutschen Schweiz bisher vierzehn Kurse durchgeführt, an denen total 230 Personen (153 Betroffene und 77 Angehörige) teilnahmen. Die Kurse werden in Biel/Bern – durch Frau R.Graf, Kontaktstelle Biel der Bernischen Krebsliga - und vom Kantonsspital St.Gallen – Frau L.Dietrich und Frau K.Rey – angeboten.

Auch in der französischen Schweiz sind Pflegende für die Kursleitung ausgebildet worden und bieten regelmässig in Zusammenarbeit mit Institutionen/Krebsligen Kurse für Betroffene und Angehörige an. Seit September 2002 besteht zudem in der Schweiz die Vereinigung "Lernen mit Krebs zu leben", in der alle ausgebildeten Kursleiterinnen Mitglied werden können. Die Vereinigung ist verantwortlich für Qualitätssicherung, die Weiterbildung und für Anpassung des Kursprogrammes in der Schweiz, sowie für die Ermöglichung der Durchführung von Kursangeboten.

Das Ziel des Einführungskurses war Pflegende mit Erfahrung in Onkologie über das spezifische Informations- und Unterstützungsprogramm für Krebskranke und Angehörige zu informieren und zu ermöglichen, dass sie dieses Kursprogramm anbieten können. Pflegende können dadurch Krebskranke und Angehörige umfassender betreuen. Der Einführungskurs richtete sich an Pflegende in der Onkologie, die in ihrem Tätigkeitsfeld die Möglichkeit haben den Kurs für Krebskranke und Angehörige anzubieten.

Besonders eindrücklich war die Anwesenheit von Gertrud Grahn, die aus ihrer vielfältigen Erfahrung erzählen und auch Informationen zur Entwicklung und Entstehung des Kurs-programmes vermitteln konnte. Damit bereicherte sie den Einführungskurs wesentlich.

Die Teilnehmenden waren hoch motiviert und trugen mit ihren Fragen, ihrem Interesse und mit ihrem engagierten Mitdenken und Mitarbeiten in einem hohen Masse zum guten Gelingen des Kurses bei. Die Begeisterung für das Kursangebot zeigt sich auch in den schriftlichen Rückmeldungen. Als Höhepunkte möchte ich den Mut einer Teilnehmerin erwähnen, die sich für die Leitung eines Gruppengespräches exponierte und dabei eine wichtige Erfahrung sammeln konnte. Der Schnupperabend mit einer Kunsttherapeutin, aus dem ein eindrückliches Bild entstand, zeigte auf sehr anschauliche Weise die Wirkung des künstlerischen Ausdrucks, eine wertvolle Methode, wenn es schwer fällt die eigene Befindlichkeit in Worte zu fassen.

 

Bildausschnitt entstanden im "Train the Trainer" Dezember 2002


Nun sind ausgebildete Kursleiterinnen in Bern/Thun, in Solothurn, in Zürich und in der Region St.Gallen mit Vorbereitungsarbeiten für eine erste oder erneute Kursdurchführung beschäftigt. Eine enge Zusammenarbeit mit den regionalen Krebsligen ist wünschenswert und zum Teil vorhanden. Es ist zu hoffen, dass die neuen Kursleiterinnen genügend Durchhaltewillen und Unterstützung erfahren dürfen.

Was Gertrud Grahn im Kurs immer wieder betonte und ich aus meiner langjährigen Erfahrung bestätigen kann: Patienten und Angehörige profitieren durch das Kursangebot für die Bewältigung ihrer veränderten Lebenssituation.